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Zum Anliegen dieser Seiten

Die gesellschaftlichen Debatten der Gegenwart sind u.a. gekennzeichnet von einer weit verbreiteten Sorge vieler Menschen vor der Zukunft. Dabei handelt es sich vielfach nicht so sehr um die Furcht vor einer konkreten Gefahr als vielmehr um das Gefühl, dass kaum noch etwas Gegenwärtiges sicher ist. Die Unsicherheit oder die Gefahr, von der viele Menschen »die Verhältnisse« und damit letztlich sich selbst bedroht sehen, ist teils sehr diffus, teils benennbar, und da, wo sie Namen hat, sind es keineswegs immer die gleichen.

Das Anliegen dieser Seiten besteht darin, nach den Ursachen dieser Unsicherheit zu suchen. Mit Hilfe von Thesen und dem Versuch, sie zu begründen, von Fragen und dem Versuch, Antworten darauf zu finden, sollen Dialoge angestoßen werden, die »die Verhältnisse« betreffen und die Risiken für unsere Gesellschaft aufzeigen. Ziel ist es aber auch, Lösungen zu diskutieren, Lösungen, die der Mehrheit der Gesellschaft auch als solche erscheinen können und die den Schwächsten einer Gemeinschaft in der Weise gerecht werden, dass sie sich nicht als Minderheit an den Rand gedrängt fühlen müssen.

Sie mögen verschiedene Diskussionsforen im Internet kennen. Dies hier ist primär keine solche Plattform; hier wird eine Abhandlung entwickelt und weiterentwickelt. Diese Abhandlung beinhaltet, wie oben beschrieben, Fragen und Thesen. Sie macht, wie es sich für das Internet anbietet, Gebrauch von der komfortablen Verknüpfung von Inhalten über Hyperlinks. Sie bietet aber gleichzeitig zwei weitere, in Druckwerken nur schwer nutzbare Möglichkeiten: Sie kann quasi über Nacht aktualisiert werden, wenn neue Ideen, neue Fragen oder neue Antworten auftauchen, und sie kann das primär Sequenzielle eines Buches zugunsten einer wichtigen Eigenschaft des menschlichen Verstandes verlassen: quer zu denken und Verbindungen zwischen Kenntnissen herzustellen, die unterschiedlichen Kontexten oder Wissensgebieten angehören.

Wenn hier überhaupt der Kommunikationsweg Internet-Diskussionsforum angesprochen wird, dann deshalb, weil es möglich sein soll, die vorliegenden Texte etwa so wie in einer real geführten Diskussion zu behandeln. Stellen Sie sich eine Lesung vor, in der der Autor bereits vor Beginn seines Vortrags die Debatte eröffnet, indem er sagt: »Unterbrechen Sie mich, wann immer Sie mögen – nur möglichst nicht gerade mitten im Satz!« Während aber in der Realität immer nur eine Zwischenfrage beantwortet werden kann und danach, wenn es gut geht und keine Gegenfragen kommen, vielleicht eine weitere, können hier im Internet parallel auf mehrere Fragen Antworten gegeben werden – und natürlich auch mehrere verschiedene Antworten je Frage, denn diese Antworten spiegeln Meinungen wider, und dem einen erscheint diese Meinung plausibel, dem anderen jene.

(Dennoch ist es sinnvoll, Abschnitte zu Ende zu lesen, um deren Verfassern eine Chance zu geben, alle Aspekte ihrer Aussagen zu behandeln und dabei deren Reihenfolge nach eigenem Ermessen zu wählen.)

Ich hoffe, mit diesem Aufbau den menschlichen Lernmethoden nahe zu kommen. Meiner Erfahrung nach hemmt es den Lernprozess, beim Lesen auf tatsächliche oder scheinbare Widersprüche oder auf unverständliche Darstellungen zu stoßen, ohne sie unmittelbar klären zu können. Die Möglichkeit, eine Zwischenfrage zu formulieren, insbesondere aber die eigene Zwischenfrage einschließlich der dazu passenden Antwort bereits vorzufinden, ermöglicht sozusagen die Entstehung und Lektüre eines mehrdimensionalen Buches.

Wenn Sie sich an der Diskussion beteiligen wollen, dann sind folgende Wege möglich:

  1. Sie stoßen beim Lesen auf einen Text, der Ihnen von der Formulierung her unverständlich oder vom Inhalt her nicht nachvollziehbar erscheint. Oder Sie begegnen einer Frage, die noch unbeantwortet ist oder Ihrer Ansicht nach anders beantwortet werden sollte. Vor dem Satz steht meist eine Referenz, ein nur dort und sonst an keiner anderen Textstelle vorkommendes Kürzel. Schicken Sie Ihren Einwand, Ihre Frage oder Ihre Antwort unter Angabe dieser Referenz an mich (siehe auch das Impressum).
  2. Sie durchsuchen die vorliegenden Texte mit den Mitteln Ihres Browsers nach einer beliebigen Zeichenfolge. Wenn Sie fündig werden, gibt es zu der betreffenden Passage wahrscheinlich ebenfalls eine Referenz. Sie gehen dann vor wie unter 1. beschrieben.
  3. Sie verwenden die Suche von freefind, die über das Formularfeld der Kopfzeile erreichbar ist. Das ist praktisch eine Suchmaschine, die mit diesem Aufruf ausschließlich meine Seiten durchsucht.

Ich kann nicht garantieren, dass jede Frage und jede These aufgenommen oder sogar behandelt wird. Ich versuche jedoch, in der nichtöffentlichen Korrespondenz mit Einsendern Ablehnungen transparent zu machen. Es ist mir bewusst, dass dies eine Form der Zensur ist. Ich sehe auch, dass ich in der Auswahl und Bewertung der Einsendungen nicht völlig objektiv sein kann. Allerdings lehrt die Erfahrung, dass viele ungefilterte Diskussionen im Internet – auch aufgrund der dort möglichen Anonymität und Unverbindlichkeit – von den Formulierungen und vom Niveau her zu wünschen übrig lassen. Diesen Mangel möchte ich hier vermeiden.

Einsender bleiben anonym, es sei denn, sie wünschen für den Fall der Veröffentlichung ihrer Beiträge die Bekanntgabe ihres Namens oder gestatten sogar die Angabe ihrer Mailadresse. Texte werden ohne Abstimmung mit dem Einsender nicht sinnentstellend verändert.

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